„Gutes“ Cholesterin und Alzheimer

Erhöhte Konzentrationen senken Erkrankungsrisiko

 Viel gesundes HDL-Cholesterin hält das Gehirn älterer Menschen fit.
Dr. nat. med. Anke Kopacek Viel gesundes HDL-Cholesterin hält das Gehirn älterer Menschen fit.

Das „gute“ Cholesterin heißt eigentlich HDL-Cholesterin. Es ist ein gesundes Blutfett, das in der Leber gebildet wird und Arteriosklerose vorbeugt. Doch ein erhöhter Spiegel von HDL-Choles


Das „gute“ Cholesterin heißt eigentlich HDL-Cholesterin. Es ist ein gesundes Blutfett, das in der Leber gebildet wird und Arteriosklerose vorbeugt. Doch ein erhöhter Spiegel von HDL-Cholesterin im Blut ist nicht nur gut für das Herz, sondern auch für das Gehirn: denn es schützt vor Alzheimer-Demenz. Das ergab jetzt eine aktuelle US-amerikanische Studie.
Viel HDL-Cholesterin hilft viel
Wissenschaftler der Columbia-Universität in New York untersuchten etwa 1.100 Studienteilnehmer im Alter von über 65 Jahren. Keiner von ihnen litt zu Beginn der Untersuchung an Demenz oder Gedächtnisstörungen. Im Laufe der Studie bestimmten die Wissenschaftler zum einen die HDL-Cholesterinwerte im Blut der Studienteilnehmer und testeten zum anderen deren Gedächtnisleistungen. Nach vier Jahren erkrankten etwa 100 der Teilnehmer an Alzheimer-Demenz. Bei ihnen maßen die Wissenschaftler geringe Konzentrationen von HDL-Cholesterin. Ganz im Gegenteil zu den Gesunden: Bei ihnen war der HDL-Cholesteringehalt deutlich erhöht. Mit einer Konzentration von 55 Milligramm pro Milliliter Blut lag er etwa in dem Bereich, in dem Mediziner dem HDL-Cholesterin eine Schutzfunktion gegen Arteriosklerose zuschreiben. Ähnlich schützend wirkt es sich offenbar auch auf das Gehirn aus. Denn diejenigen mit einem erhöhten HDL-Cholesterinspiegel hatten ein um 40 Prozent geringeres Risiko an Alzheimer zu erkranken.
Vorbeugen ja, heilen nein
Wie Alzheimer genau entsteht, verstehen Mediziner noch nicht vollständig. Bekannt ist allerdings, dass sich im Gehirn von Alzheimerpatienten krankhafte Eiweiße ablagern, die die Nervenzellen allmählich zerstören. Durch den fortschreitenden Verlust gesunder Nervenzellen verlieren Betroffene mehr und mehr ihr Gedächtnis und werden zunehmend verwirrt. Auch ihre körperliche Leistungsfähigkeit nimmt spürbar ab. Wirklich aufhalten lässt sich dieser Prozess nicht. Vorbeugen kann trotzdem jeder: etwa mit viel Bewegung, Denksport und einer ausgewogenen Ernährung. Vor allem aber auch durch den Verzehr ungesättigter Fette, da sich dadurch der Gehalt an HDL-Cholesterin im Blut erhöht.

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